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Hund hat Durchfall: Was tun?

Hat ein erwachsener, sonst fitter Hund einmal Durchfall, reichen meist frisches Wasser, ein paar Tage Schonkost und genaues Beobachten. Dauert der Durchfall länger als ein bis zwei Tage, ist Blut darin, erbricht dein Hund oder wirkt er schlapp, gehört er zum Tierarzt. Bei Welpen, Senioren und Hunden mit Vorerkrankung rufst du lieber früher an.

Frau sitzt auf dem Boden neben ihrem Hund, der müde auf einer Decke liegt, und streichelt ihn

Was du jetzt tun kannst

  • Wasser hinstellen.: Durchfall entzieht dem Körper Flüssigkeit. Sorge dafür, dass dein Hund jederzeit frisches Wasser hat, und biete es ihm öfter an.
  • Leicht füttern.: Stell für zwei bis drei Tage auf Schonkost um: kleine Portionen, mehrmals am Tag, zum Beispiel gekochtes Huhn mit Reis. Wie das genau geht, steht weiter unten.
  • Fütterungspause nur kurz und nur bei gesunden Erwachsenen.: Viele Tierärzte empfehlen bei erwachsenen Hunden eine kurze Pause von einigen Stunden bis zu einem halben Tag. Welpen, kleine Rassen, alte Hunde und Hunde mit Vorerkrankung lässt du ohne Rücksprache nicht fasten.
  • Kot ansehen.: Farbe, Konsistenz, Schleim oder Blut verraten viel. Mach im Zweifel ein Foto für den Tierarzt.
  • Leckerlis und Kauartikel weglassen.: Solange der Darm gereizt ist, bekommt dein Hund nur die Schonkost.

Sofort zum Tierarzt, wenn …

  • Blut im Durchfall ist oder der Kot schwarz und teerartig aussieht.
  • dein Hund zusätzlich erbricht, nicht trinkt oder schlapp und teilnahmslos wirkt.
  • der Bauch hart oder aufgebläht ist oder dein Hund beim Anfassen Schmerzen zeigt.
  • du vermutest, dass er etwas Giftiges gefressen hat, zum Beispiel Rattengift, Schokolade oder Medikamente.
  • ein Welpe Durchfall hat, besonders wenn er noch nicht vollständig geimpft ist.
  • der Durchfall länger als ein bis zwei Tage dauert oder immer wiederkommt.
  • dein Hund Fieber hat oder sehr viel und sehr flüssig absetzt.

Bei Blut im Kot hilft dir unser Beitrag Durchfall mit Blut beim Hund beim Einordnen. Ist der Kot schwarz, lies Hundekot schwarz.

Durchfall beim Hund: die häufigsten Ursachen

Durchfall ist kein eigenes Krankheitsbild, sondern ein Zeichen dafür, dass der Darm gereizt ist. Meist steckt etwas Harmloses dahinter, manchmal aber auch etwas, das behandelt werden muss.

  • Futterwechsel.: Eine schnelle Umstellung auf neues Futter überfordert den Darm häufig. Stell neues Futter deshalb über etwa eine Woche schrittweise um.
  • Etwas Falsches gefressen.: Essensreste, Abfall, Aas oder Fundstücke vom Spaziergang sind ein Klassiker. Manche Lebensmittel sind für Hunde sogar giftig, einen Überblick gibt unser Futter-Checker.
  • Stress und Aufregung.: Umzug, Urlaub, Besuch oder eine Fahrt zur Hundepension schlagen manchen Hunden auf den Magen.
  • Unverträglichkeiten.: Bestimmte Eiweiße, Milchprodukte oder fettreiches Futter vertragen manche Hunde nicht. Typisch ist dann immer wiederkehrender, eher weicher Kot.
  • Parasiten.: Giardien und Würmer gehören zu den häufigsten Gründen für Durchfall, der nicht weggeht oder schleimig ist. Klarheit bringt eine Kotprobe beim Tierarzt.
  • Infektionen.: Viren und Bakterien lösen oft plötzlichen, starken Durchfall aus, manchmal zusammen mit Erbrechen und Fieber.
  • Vergiftungen.: Giftköder, Pflanzen, Haushaltsmittel oder Medikamente für Menschen können Durchfall verursachen. Hier zählt jede Stunde, also sofort zum Tierarzt.
  • Andere Erkrankungen.: Bleibt der Durchfall über Wochen oder kommt ständig wieder, können Erkrankungen von Darm, Bauchspeicheldrüse oder Leber dahinterstecken. Das klärt der Tierarzt ab.

Schonkost bei Durchfall: so geht’s

Schonkost entlastet den Darm, weil sie leicht verdaulich und fettarm ist. Bewährt hat sich gekochtes, mageres Huhn oder Pute ohne Haut und Knochen mit gut durchgekochtem Reis, etwa ein Teil Fleisch auf zwei Teile Reis. Statt Reis gehen auch gekochte Kartoffeln, statt Fleisch körniger Frischkäse oder Hüttenkäse.

Würze nichts, auch kein Salz, keine Zwiebeln und keinen Knoblauch. Füttere die Schonkost lauwarm in drei bis vier kleinen Portionen am Tag. Wird der Kot wieder fester, mischst du über einige Tage nach und nach das gewohnte Futter unter.

Weitere Möglichkeiten wie die Morosche Karottensuppe und was davon wirklich hilft, findest du im Beitrag Hausmittel bei Durchfall.

Den Kot beobachten: worauf du achten solltest

Wie der Durchfall aussieht, hilft dir und dem Tierarzt bei der Einschätzung. Achte auf Farbe, Konsistenz und Beimengungen: Ist er nur breiig oder ganz flüssig? Ist Schleim darauf? Siehst du Blut, Würmer oder Futterreste? Wie oft setzt dein Hund ab, und presst er dabei?

Mit unserem kostenlosen Hundekot-Check gehst du die wichtigsten Punkte Schritt für Schritt durch. Zu einzelnen Auffälligkeiten haben wir eigene Beiträge: Schleim im Hundekot, Hundekot gelb, Hundekot grün und Würmer im Hundekot.

Durchfall bei Welpen und alten Hunden

Welpen verlieren durch Durchfall schnell viel Flüssigkeit, weil ihr Körper so klein ist. Dazu kommen Infektionen, gegen die sie noch nicht geimpft sind, zum Beispiel Parvovirose. Hat ein Welpe Durchfall, ruf deshalb am selben Tag beim Tierarzt an, statt abzuwarten. Fasten ist für Welpen tabu.

Ältere Hunde und Hunde mit Vorerkrankungen wie Herz-, Nieren- oder Lebererkrankungen vertragen den Flüssigkeitsverlust ebenfalls schlechter. Auch bei ihnen gilt: lieber früh nachfragen.

Was du dem Tierarzt sagen solltest

  • Seit wann der Durchfall besteht und wie oft dein Hund absetzt.
  • Wie der Kot aussieht: Farbe, Konsistenz, Schleim, Blut. Ein Foto hilft.
  • Ob dein Hund frisst, trinkt, erbricht oder müde wirkt.
  • Ob sich Futter, Leckerlis oder Umgebung geändert haben und ob er unterwegs etwas gefressen haben könnte.
  • Wann er zuletzt entwurmt wurde und welche Medikamente er bekommt.

Für eine Kotprobe sammelst du am besten über drei Tage jeweils eine kleine Menge, weil manche Parasiten nicht bei jedem Absetzen ausgeschieden werden. Frag deinen Tierarzt, wie er die Probe haben möchte.

Durchfall vorbeugen

  • Futter langsam umstellen, über etwa sieben Tage.
  • Keine Essensreste vom Tisch, und unterwegs auf Fundstücke achten.
  • Regelmäßig entwurmen oder Kotproben untersuchen lassen, wie mit dem Tierarzt besprochen.
  • Frisches Wasser zu Hause und unterwegs, statt aus Pfützen zu trinken.

Bei Durchfall: Kot trotzdem aufheben

Durchfall aufzuheben macht keinen Spaß, ist aber gerade jetzt wichtig. Im Kot können Parasiten wie Giardien oder Würmer stecken, die andere Hunde anstecken. Ein großer, reißfester und auslaufsicherer Beutel macht das deutlich leichter. Unsere Kotbeutel sind extra groß, bestehen aus Maisstärke und Biokunststoff (PLA/PBAT) und gehören voll in den Restmüll.

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Häufige Fragen zu Durchfall beim Hund

Wie lange darf ein Hund Durchfall haben?

Bei einem erwachsenen, fitten Hund bessert sich harmloser Durchfall meist innerhalb von ein bis zwei Tagen. Dauert er länger, kommt immer wieder oder treten weitere Beschwerden auf, gehört dein Hund zum Tierarzt. Welpen und Senioren solltest du früher vorstellen.

Was kann ich meinem Hund bei Durchfall geben?

Frisches Wasser und Schonkost aus gekochtem, magerem Huhn oder Pute mit Reis oder Kartoffeln, in kleinen Portionen. Medikamente für Menschen gibst du nicht, viele davon sind für Hunde gefährlich.

Soll mein Hund bei Durchfall fasten?

Bei gesunden erwachsenen Hunden empfehlen viele Tierärzte eine kurze Pause von einigen Stunden. Welpen, kleine Rassen, alte Hunde und Hunde mit Vorerkrankung lässt du nicht ohne Rücksprache fasten.

Wann ist Durchfall beim Hund ein Notfall?

Bei Blut im Kot, schwarzem Teerstuhl, zusätzlichem Erbrechen, Schwäche, Fieber, einem aufgeblähten Bauch oder dem Verdacht auf eine Vergiftung. Dann fährst du sofort zum Tierarzt.

Kann Stress beim Hund Durchfall auslösen?

Ja. Umzug, Reisen, Besuch oder ein Aufenthalt in der Hundepension können vorübergehend Durchfall verursachen. Hält er länger an, lass trotzdem andere Ursachen abklären.

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